Hochsensibilität – ein Zustand unserer Zeit?

Autor: Christian Schneider

Stressbedingte Erkrankungen sind ein Phänomen unserer Zeit – und sie sind auf dem Vormarsch. Kein Wunder, denn unser Leben ist zunehmend geprägt von Unbeständigkeit (volatility), Unsicherheit (uncertainty), Komplexität (complexity) und Mehrdeutigkeit (ambiguity). VUCA, das Akronym für die englischen Begriffe, ist das Wort, das dafür seit einigen Jahren kursiert. Obwohl der Begriff zunächst auf schwierige Rahmenbedingungen der Unternehmensführung bezogen war, beschreibt VUCA inzwischen auch die Lebens- und Arbeitssituation vieler Menschen: Sie sehen sich einer immer größer werdenden Flut von äußeren Reizen und Einflüssen gegenüber, deren dauerhafte Bewältigung ihnen immer unmöglicher erscheint. 

Gleichzeitig wird es sowohl am Arbeitsplatz als auch im Privatleben schwieriger, stabile soziale Beziehungen aufzubauen: die erfolgreiche Karriereentwicklung setzt ein hohes Maß an Flexibilität voraus – im Hinblick auf den Arbeitgeber ebenso wie auf den Einsatzort. Am digitalen Arbeitsplatz sind wir zwar mit der ganzen Welt verbunden, dennoch fehlt der persönliche Kontakt zu Kollegen. 

Unter diesen Umständen gestaltet sich auch der Aufbau stabiler Bindungen im privaten Bereich schwierig. Zudem haben dauerhafte Sicherheit vermittelnde Institutionen wie z. B. kirchliche Einrichtungen vielfach ihre Glaubwürdigkeit und Tragfähigkeit eingebüßt. 

Nicht erstaunlich, dass Menschen in dieser VUCA-Welt den Halt verlieren. Sie fühlen sich verloren in einem fortwährenden Konkurrenzkampf, dem wir uns scheinbar alle unterziehen müssen, um uns ein „gutes Leben“ leisten zu können. 

Das anhaltende Erleben von Unbeständigkeit und Unsicherheit sowie die Zunahme äußerer Reize hat maßgeblichen Einfluss auf unser Autonomes Nervensystem (ANS): Es schaltet dauerhaft um auf Verteidigungsstrategie und aktiviert Kampf- und Fluchtmechanismen. Mit einem derart in Alarmbereitschaft versetzten ANS lebt eine zunehmende Zahl von Menschen – und mit dem Risiko, infolgedessen schwer zu erkranken.

In Anbetracht dieser Lebensumstände reagieren immer mehr Menschen hochsensibel – ebenso wie es originär Hochsensible längst tun. Sie spüren, dass hinter ihren beruflichen oder privaten Problemstellungen, eine andere, tiefere Ursache liegt. Es geht ihnen nicht darum, wieder fit für das System gemacht zu werden. Vielmehr suchen sie nach einem alternativen Umgang mit diesen krankmachenden Umständen und fragen sich, was sie sowohl für sich als auch innerhalb des Systems verändern können.

Es ist klar erkennbar, dass die Zahl der Menschen, die bei der Bearbeitung ihrer individuellen beruflichen und privaten Probleme nach Antworten auf grundlegendere Fragen suchen, deutlich zunimmt.

  • Ist es richtig, dass ich versuche, mich immer wieder an dieses krankmachende System anzupassen?
  • Hat das, was ich täglich tue überhaupt einen Sinn?
  • Wo ist mein Platz im (Berufs-)Leben?

Das sind zentrale Fragen, die sie bewegen. Und an diesem Punkt stoßen herkömmliche Coaching-Konzepte häufig an ihre Grenzen. Sie möchten mehr erfahren? Bei Aurum Cordis – Kompetenzzentrum für Hochsensibilität geht es uns nicht darum, Sie wieder fit für das System zu machen. Uns kommt es darauf an, dass Sie einen für Sie stimmigen Weg finden. Deshalb beziehen wir Ihre grundsätzlichen und brennenden Fragen menschlichen Daseins ganz bewusst in den Coachingprozess ein.

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Autor: Christian Schneider

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